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Kann Handystrahlung Krebs verursachen? 

Handys, WLan – überall elektromagnetische Strahlung im Mikrowellenbereich. Ist das gesund? Manche klagen über Kopfschmerzen und Unwohlsein, andere befürchten Krankheiten wie Unfruchtbarkeit, Krebs oder bringen Handystrahlung mit Insektensterben in Verbindung. Was ist dran? Um der Sache auf den Grund zu gehen, haben wir uns für dieses oft gewünschte Thema mit unseren Lieblingskollegen von Dinge erklärt – kurzgesagt zusammengeschlossen. Bei uns erfahrt ihr, warum es bisher kein eindeutiges Signal aus der Wissenschaft gibt, das Entwarnung gibt. (Eigentlich seltsam, oder?) Bei uns erfahrt ihr, was man bisher mit Sicherheit sagen kann und was „Elektrosmog“ überhaupt genau ist

Elektrizität umgibt uns zu jeder Zeit. Sie macht unser Leben leichter, sicherer und unterhaltsamer. Wir denken nur selten wirklich darüber nach. Aber könnte das langsam zu viel werden? Könnte das Fundament der modernen Welt uns langsam umbringen?

Bevor wir tiefer eintauchen, sollten wir erst mal verstehen, was Strom überhaupt ist und wie er sich auf uns auswirkt. Elektrischer Strom ist die Bewegung elektrischer Ladungen. Deren Bewegung erzeugt elektrische und magnetische Kraftfelder, die sich durch den Raum ausbreiten und Energie tragen. Dieses Phänomen nennen wir elektromagnetische Strahlung. Beim Wort „Strahlung“ bekommen viele Menschen Angst, aber „zu strahlen” bedeutet erst mal nur „abzugeben“. Eine Heizung strahlt zum Beispiel auch Wärme ab, in Form von infraroter Wärmestrahlung. Verschiedene Bereiche des elektromagnetischen Spektrums entsprechen verschiedenen Arten von Strahlung, von denen viele vollkommen ungefährlich sind. Manche sind das aber nicht.

Sehr kurzwellige Strahlung, wie UV-Licht, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung, kann Atomen ihre Elektronen entreißen und dadurch Verbrennungen und Erbgutschäden verursachen. Und das ist oft die erste Assoziation beim Wort „Strahlung“. Das restliche Spektrum umfasst sehr viele Arten von längerwelliger Strahlung, vom sichtbaren Licht, über Infrarotlicht, Mikro- und Radiowellen. Bis zu elektrischen und magnetischen Feldern.

Diese Art der Strahlung geht von allen möglichen menschlichen Technologien aus: Handys, WLAN-Routern, Stromleitungen und Haushaltsgeräten. Diese Strahlung greift nicht die Moleküle in unserem Körper an. Allerdings kann bestimmte Strahlung Muskeln und Nerven stimulieren und Körperhaare zum vibrieren bringen, was sich oberhalb bestimmter Schwellenwerte als leichtes Kribbeln bemerkbar machen kann.

Andere Strahlung hilft uns beim Essen machen: Mikrowellen versetzen die Wassermoleküle in unserem Essen in Bewegung und erwärmen es dadurch. Uns passiert das auch ständig. Zum Beispiel die angenehme Wärme, die du am Strand spürst, ist nichts anderes, als das Gefühl auf deiner Haut, die sich durch die Einstrahlung von elektromagnetischer Infrarot-Strahlung von der Sonne erwärmt. Natürliche und meistens harmlose Quellen elektromagnetischer Strahlung umgeben uns ständig, und zwar schon immer. Aber seit der industriellen Revolution ist einiges an Strahlung dazugekommen.

Die Angst vor möglichen Gesundheitsschäden kam erstmals auf, als 1979 eine Studie Wohnen in der Nähe von Hochspannungsleitungen mit Leukämie in Verbindung brachte. Allerdings wurde diese Studie sofort diskreditiert: Die Verbindung konnte nicht erklärt werden und es konnte kein Kausalzusammenhang bestätigt werden. Einmal in Umlauf gebracht, blieb diese Angst den Menschen im Gedächtnis.

Wie Tausende Studien über mögliche Gefahren deutlich machen, wird Strahlung immer noch als Bedrohung angesehen. Viele Menschen geben an, dass sie sensibel auf Strahlung von Geräten und Handys reagieren. Sie berichten von Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautirritationen, brennenden Augen und Erschöpfung. Und das sind nur die unmittelbaren Symptome im Alltag. Ein paar Studien haben noch Schlimmeres festgestellt.

Wie einen Hinweis auf eine Verbindung zwischen der Seite, auf der viel mit dem Handy telefoniert wurde, und dem Auftreten von Hirntumoren. Der Wissenschaft geht es in dieser Sache weniger um die direkten Auswirkungen einer Bestrahlung. Es ist bereits bekannt, dass beispielsweise Röntgenstrahlen unmittelbar das Erbgut schädigen, während dasselbe mit Radiowellen nicht passiert.

Die Frage ist vielmehr, hat die schwache elektromagnetische Strahlung, die uns ständig umgibt, vielleicht noch unbekannte, langfristig schädliche Auswirkungen?

Darauf eine Antwort zu finden, war viel schwieriger als wir gedacht haben. Es gibt Tausende Primärquellen, Berichte und Stellungnahmen von zahlreichen Organisationen. Wir haben also sehr viel für dieses Video gelesen, siehe die Quellen in der Videobeschreibung. Überhaupt zu diesem Thema zu forschen, ist super kompliziert.

Unsere Kollegin Mai von MaiLab hat dazu ein tolles Video gemacht, wo sie erklärt, wie das geht und wie solche Studien durchgeführt werden. Ihr Video findet ihr am Ende verlinkt, schaut dort unbedingt mal vorbei. Man kann hier sehr gut sehen, wie wissenschaftliche Themen kommuniziert werden sollten und wie genau nicht.

Viele der häufig zitierten Studien, die Panik vor elektromagnetischer Strahlung verbreitet haben, sind höchst kontrovers. Zum Beispiel basiert eine Reihe von Bevölkerungsstudien auf Fragebögen und Selbsteinschätzungen. Das bedeutet, dass Hirntumorpatienten gefragt wurden, wie oft sie ihr Handy in den letzten Jahren benutzt haben.

Das Problem dabei ist, dass Menschen unzuverlässig sind. Wir erinnern uns falsch und sind zu leicht zu beeinflussen. Dazu kommt noch, dass sich manche Studien und Medienberichte die Ergebnisse passend zu ihrer Meinung und ihren Headlines rauspicken. Wie zum Beispiel eine Studie, die Ratten und Mäuse auf von Handystrahlung verursachten Krebs untersuchte. Die Ergebnisse schienen eine Verbindung nahezulegen. Aber komischerweise nur bei männlichen Ratten. Und nicht bei Mäusen. Trotzdem wurde darüber berichtet als wäre das der Beweis dafür, dass Handystrahlung krebserregend ist.

Leider passiert das oft mit Studien, die sowohl positive als auch negative Ergebnisse zu diesem Thema enthalten. Aber Moment mal, hat die WHO nicht ganz offiziell hochfrequente Felder, und damit auch Mobilfunk, als „möglichweise krebserregend“ eingestuft? Nun ja, ja. Allerdings heißt das nur, dass es Hinweise, aber keine Beweise dafür gibt und wir das Thema deshalb im Auge behalten werden.

Welches Bild ergibt sich also, wenn wir das große Ganze betrachten?

Insgesamt gibt es bei Studien am Menschen keine schlüssigen Beweise dafür, dass elektromagnetische Strahlung unterhalb der Grenzwerte gesundheitliche Probleme verursacht. Es gibt einige statistische Zusammenhänge, aber die sind meistens schwach und uneinheitlich. Gäbe es eindeutige Zusammenhänge, wären sie in all den verfügbaren Daten längst zutage getreten.

Sollte man also auf Grundlage der aktuellen Forschung Angst vor der Strahlung von Laptop, Handy und Fernseher haben? Nein, sollte man nicht. Aber was ist mit den Menschen, die sagen, dass ihnen die Strahlung schadet?

Forschungen zufolge, könnten sie unter dem sogen. Nocebo-Effekt leiden: Hast du Kopfschmerzen und beginnst dich besser zu fühlen, nachdem du den Laptop ausgeschaltet hast, dann stellst du vielleicht eine Verbindung zwischen diesen beiden Dingen her. Hat sich dieser Verdacht einmal festgesetzt, könnte dich schon die bloße Angst vor Gesundheitsschäden durch schwache Strahlung krank machen.

Es ist leicht, sich über diese Menschen lustig zu machen. Die meisten von ihnen fühlen sich nicht ernst genommen und das macht es für sie noch schlimmer. Wir müssen ihre Leiden ernst nehmen, aber es ist dabei wichtig im Kopf zu behalten, dass wir noch keine Beweise dafür haben, dass sich elektromagnetische Strahlung unterhalb der Grenzwerte negativ auf den Menschen auswirkt.

Spricht man in der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie zu viel über vermeintliche Gefahren, lenkt man von anderen Dingen ab, die tatsächlich schädlich für uns sind. Zum Beispiel kann man Luftverschmutzung jährlich mit 4,2 Mio vorzeitigen Toden in Verbindung bringen und daran könnten wir heute schon etwas ändern.

Trotzdem sind sich Wissenschaftler einig: Wir müssen noch mehr im Bereich der elektromagnetischen Strahlung forschen, die Menschen sollen sich sicher fühlen und wir wollen uns sicher sein. Einige Langzeitstudien laufen bereits. Zum Beispiel die COSMOS-Studie, die Handynutzung und ihre möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit untersucht, indem sie genau die Häufigkeit und Dauer der Telefonate misst. Und so lange wir auf die Ergebnisse dieser Langzeitstudien warten, haben wir noch einige dringendere Probleme, um die wir uns kümmern können.

Das war aber noch nicht alles, hier kommt ihr zum Video von Mai, die erklärt, warum es eigentlich so schwierig für die Wissenschaft ist, eindeutige Ergebnisse zu finden. Wir haben für diese beiden Videos zusammengearbeitet und ein paar Vögel in ihren Teil geschmuggelt. Auf ihrem Kanal gibt es jede Woche hoch spannende Videos, die komplexe wissenschaftliche Themen einleuchtend auseinandernehmen. Schaut unbedingt vorbei und aktualisiert eure Abo-Liste.

Wie gefährlich ist Elektrosmog?

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Elektrizität umgibt uns zu jeder Zeit. Sie macht unser Lebe... ▼

Elektrizität umgibt uns zu jeder Zeit. Sie macht unser Leben leichter, sicherer und unterhaltsamer. Wir denken nur selten wirklich darüber nach. Aber könnte das langsam zu viel werden? Könnte das Fundament der modernen Welt uns langsam umbringen?

Bevor wir tiefer eintauchen, sollten wir erst mal verstehen, was Strom überhaupt ist und wie er sich auf uns auswirkt. Elektrischer Strom ist die Bewegung elektrischer Ladungen. Deren Bewegung erzeugt elektrische und magnetische Kraftfelder, die sich durch den Raum ausbreiten und Energie tragen. Dieses Phänomen nennen wir elektromagnetische Strahlung. Beim Wort "Strahlung" bekommen viele Menschen Angst, aber "zu strahlen” bedeutet erst mal nur "abzugeben". Eine Heizung strahlt zum Beispiel auch Wärme ab, in Form von infraroter Wärmestrahlung. Verschiedene Bereiche des elektromagnetischen Spektrums entsprechen verschiedenen Arten von Strahlung, von denen viele vollkommen ungefährlich sind. Manche sind das aber nicht. Sehr kurzwellige Strahlung, wie UV-Licht, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung, kann Atomen ihre Elektronen entreißen und dadurch Verbrennungen und Erbgutschäden verursachen. Und das ist oft die erste Assoziation beim Wort "Strahlung". Das restliche Spektrum umfasst sehr viele Arten von längerwelliger Strahlung, vom sichtbaren Licht, über Infrarotlicht, Mikro- und Radiowellen. bis zu elektrischen und magnetischen Feldern. Diese Art der Strahlung geht von allen möglichen menschlichen Technologien aus: Handys, WLAN-Routern, Stromleitungen und Haushaltsgeräten. Diese Strahlung greift nicht die Moleküle in unserem Körper an. Allerdings kann bestimmte Strahlung Muskeln und Nerven stimulieren und Körperhaare zum vibrieren bringen, was sich oberhalb bestimmter Schwellenwerte als leichtes Kribbeln bemerkbar machen kann. Andere Strahlung hilft uns beim Essen machen: Mikrowellen versetzen die Wassermoleküle in unserem Essen in Bewegung und erwärmen es dadurch. Uns passiert das auch ständig. Zum Beispiel die angenehme Wärme, die du am Strand spürst, ist nichts anderes, als das Gefühl auf deiner Haut, die sich durch die Einstrahlung von elektromagnetischer Infrarot-Strahlung von der Sonne erwärmt. Natürliche und meistens harmlose Quellen elektromagnetischer Strahlung umgeben uns ständig, und zwar schon immer. Aber seit der industriellen Revolution ist einiges an Strahlung dazugekommen. Die Angst vor möglichen Gesundheitsschäden kam erstmals auf, als 1979 eine Studie Wohnen in der Nähe von Hochspannungsleitungen mit Leukämie in Verbindung brachte. Allerdings wurde diese Studie sofort diskreditiert: Die Verbindung konnte nicht erklärt werden und es konnte kein Kausalzusammenhang bestätigt werden. Einmal in Umlauf gebracht, blieb diese Angst den Menschen im Gedächtnis. Wie Tausende Studien über mögliche Gefahren deutlich machen, wird Strahlung immer noch als Bedrohung angesehen. Viele Menschen geben an, dass sie sensibel auf Strahlung von Geräten und Handys reagieren. Sie berichten von Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautirritationen, brennenden Augen und Erschöpfung. Und das sind nur die unmittelbaren Symptome im Alltag. Ein paar Studien haben noch Schlimmeres festgestellt. Wie einen Hinweis auf eine Verbindung zwischen der Seite, auf der viel mit dem Handy telefoniert wurde, und dem Auftreten von Hirntumoren. Der Wissenschaft geht es in dieser Sache weniger um die direkten Auswirkungen einer Bestrahlung. Es ist bereits bekannt, dass beispielsweise Röntgenstrahlen unmittelbar das Erbgut schädigen, während dasselbe mit Radiowellen nicht passiert. Die Frage ist vielmehr, hat die schwache elektromagnetische Strahlung, die uns ständig umgibt, vielleicht noch unbekannte, langfristig schädliche Auswirkungen? Darauf eine Antwort zu finden, war viel schwieriger als wir gedacht haben. Es gibt Tausende Primärquellen, Berichte und Stellungnahmen von zahlreichen Organisationen. Wir haben also sehr viel für dieses Video gelesen, siehe die Quellen in der Videobeschreibung. Überhaupt zu diesem Thema zu forschen, ist super kompliziert. Unsere Kollegin Mai von MaiLab hat dazu ein tolles Video gemacht, wo sie erklärt, wie das geht und wie solche Studien durchgeführt werden. Ihr Video findet ihr am Ende verlinkt, schaut dort unbedingt mal vorbei. Man kann hier sehr gut sehen, wie wissenschaftliche Themen kommuniziert werden sollten und wie genau nicht. Viele der häufig zitierten Studien, die Panik vor elektromagnetischer Strahlung verbreitet haben, sind höchst kontrovers. Zum Beispiel basiert eine Reihe von Bevölkerungsstudien auf Fragebögen und Selbsteinschätzungen. Das bedeutet, dass Hirntumorpatienten gefragt wurden, wie oft sie ihr Handy in den letzten Jahren benutzt haben. Das Problem dabei ist, dass Menschen unzuverlässig sind. Wir erinnern uns falsch und sind zu leicht zu beeinflussen. Dazu kommt noch, dass sich manche Studien und Medienberichte die Ergebnisse passend zu ihrer Meinung und ihren Headlines rauspicken. Wie zum Beispiel eine Studie, die Ratten und Mäuse auf von Handystrahlung verursachten Krebs untersuchte. Die Ergebnisse schienen eine Verbindung nahezulegen. Aber komischerweise nur bei männlichen Ratten. Und nicht bei Mäusen. Trotzdem wurde darüber berichtet als wäre das der Beweis dafür, dass Handystrahlung krebserregend ist. Leider passiert das oft mit Studien, die sowohl positive als auch negative Ergebnisse zu diesem Thema enthalten. Aber Moment mal, hat die WHO nicht ganz offiziell hochfrequente Felder, und damit auch Mobilfunk, als "möglichweise krebserregend" eingestuft? Nun ja, ja. Allerdings heißt das nur, dass es Hinweise, aber keine Beweise dafür gibt und wir das Thema deshalb im Auge behalten werden. Welches Bild ergibt sich also, wenn wir das große Ganze betrachten? Insgesamt gibt es bei Studien am Menschen keine schlüssigen Beweise dafür, dass elektromagnetische Strahlung unterhalb der Grenzwerte gesundheitliche Probleme verursacht. Es gibt einige statistische Zusammenhänge, aber die sind meistens schwach und uneinheitlich. Gäbe es eindeutige Zusammenhänge, wären sie in all den verfügbaren Daten längst zutage getreten. Sollte man also auf Grundlage der aktuellen Forschung Angst vor der Strahlung von Laptop, Handy und Fernseher haben? Nein, sollte man nicht. Aber was ist mit den Menschen, die sagen, dass ihnen die Strahlung schadet? Forschungen zufolge, könnten sie unter dem sogen. Nocebo-Effekt leiden: Hast du Kopfschmerzen und beginnst dich besser zu fühlen, nachdem du den Laptop ausgeschaltet hast, dann stellst du vielleicht eine Verbindung zwischen diesen beiden Dingen her. Hat sich dieser Verdacht einmal festgesetzt, könnte dich schon die bloße Angst vor Gesundheitsschäden durch schwache Strahlung krank machen. Es ist leicht, sich über diese Menschen lustig zu machen. Die meisten von ihnen fühlen sich nicht ernstgenommen und das macht es für sie noch schlimmer. Wir müssen ihre Leiden ernst nehmen, aber es ist dabei wichtig im Kopf zu behalten, dass wir noch keine Beweise dafür haben, dass sich elektromagnetische Strahlung unterhalb der Grenzwerte negativ auf den Menschen auswirkt. Spricht man in der heutigen Aufmerksamkeitsökonomie zu viel über vermeintliche Gefahren, lenkt man von anderen Dingen ab, die tatsächlich schädlich für uns sind. Zum Beispiel kann man Luftverschmutzung jährlich mit 4,2 Mio vorzeitigen Toden in Verbindung bringen und daran könnten wir heute schon etwas ändern. Trotzdem sind sich Wissenschaftler einig: Wir müssen noch mehr im Bereich der elektromagnetischen Strahlung forschen, die Menschen sollen sich sicher fühlen und wir wollen uns sicher sein. Einige Langzeitstudien laufen bereits. Zum Beispiel die COSMOS-Studie, die Handynutzung und ihre möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit untersucht, indem sie genau die Häufigkeit und Dauer der Telefonate misst. Und so lange wir auf die Ergebnisse dieser Langzeitstudien warten, haben wir noch einige dringendere Probleme, um die wir uns kümmern können. Das war aber noch nicht alles, hier kommt ihr zum Video von Mai, die erklärt, warum es eigentlich so schwierig für die Wissenschaft ist, eindeutige Ergebnisse zu finden. Wir haben für diese beiden Videos zusammengearbeitet und ein paar Vögel in ihren Teil geschmuggelt. Auf ihrem Kanal gibt es jede Woche hochspannende Videos, die komplexe wissenschaftliche Themen einleuchtend auseinandernehmen. Schaut unbedingt vorbei und aktualisiert eure Abo-Liste.

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Hier kommt ihr zum Video von Mai: https://youtu.be/1AJBcyI_u0U

Und hier könnt ihr euch das Video Kann Handystrahlung Krebs verursachen? sofort ansehen

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Freunde der Sonne, ihr habt viele Fragen, aber diese ist bes... ▼

Freunde der Sonne, ihr habt viele Fragen, aber diese ist besonders häufig. Es geht um Handys, WLAN, und darum, dass wir ständig bestrahlt werden. Ist das jetzt gefährlicher Elektro- smog oder unnötige Panikmache? Um das zu klären, habe ich mich heute mit... "kurzgesagt" zusammengeschlossen. Yes, das ist die Colabo, auf die wir alle schon gewartet haben. Und wenn ihr bei diesem Thema wirklich durch steigen möchtet, solltet ihr euch auch beide Videos anschauen,die Reihenfolge ist egal. Hauptsache, ihr bekommt die ganze Story, weil sie gerade von "kurzgesagt" kommt. Und natürlich auch Hi von mir. Was auch immer ihr schon zu diesem Thema wisst, eins fällt auf: Es scheint echt wenige Studien mit Menschen zu geben. Bei diesen wenigen Studien ist anscheinend keine dabei, bei der sich jemand hinstellt und sagt: So, hiermit ist bewiesen, dass Handystrahlung für Menschen ungefährlich ist. Warum eigentlich nicht? Wir leben in einer Zeit des technischen Fortschritts, wo Menschen auf den Mond fliegen können. Warum ist es nicht möglich, diese Frage wissenschaftlich zu beantworten? Oder wird uns da etwas verheimlicht? Freunde der Sonne, holt euch einen Tee, macht es euch gemütlich, wir gehen der Sache auf den Grund. * Titelmusik * Erst mal eine ganz kurze Einleitung: Kurzgesagt, quasi. Handy- und WLAN-Strahlung ist die Mikrowellenstrahlung. Wie ihr vom Mikrowellenherd wisst, kann die Strahlung Gewebe erwärmen. Je intensiver die Strahlung, desto stärker die Erwärmung. Auch ohne, dass wir gleich gebraten werden, kann Erwärmung gesundheitsschädlich sein. Dafür gibt es für Handys, WLAN usw. Grenzwerte, die verhindern, dass der Kopf beim Telefonieren nicht schädlich erwärmt wird. Für Kopferhitzung gibt es natürlich noch andere Gefahrenquellen... Was? Ich soll die ein Shampoo ohne Chemie mitbringen? Die Frage ist jetzt, trotz der Einhaltung der Grenzwerte, kann Handy- oder WLAN-Strahlung doch gesundheitsschädlich sein? Und zwar aufgrund von irgendwelchen biologischen Prozessen, die über diese Erwärmung hinausgehen? Also sogenannte: hier gibt es einige Sorgen und Befürchtungen. Von leichten Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Unwohlsein, bis hin zu der Angst vor schwerwiegenden Folgen, wie Unfruchtbarkeit oder Krebs. Ist da was dran? Nehmen wir mal die Sorge Krebs als konkretes Beispiel. Stellt euch vor, ihr wärt Forscher, ihr müsstet die Frage beantworten: Ich meine es wirklich ernst, stellt es euch wirklich vor. Wir machen jetzt eine Art Gedankenexperiment, denn es gibt zu diesem Thema tatsächlich gar nicht so wenige wissenschaftliche Ergebnisse, aber nur, wenn ihr lernt, wie eine Forscherin zu denken, dann könnt ihr diese Ergebnisse auch sinnvoll einordnen und interpretieren. Und diese allgemeine Denke könnt ihr in Zukunft auch auf alle anderen wissenschaftlichen Themen anwenden. Bei Forschung geht es nicht nur um die Forschungsfrage, in diesem Fall: "Kann Handystrahlung Krebs verursachen?", sondern immer auch um die Methoden. D.h., was wir denn genau anstellen, um diese Frage zu beantworten. Also, was stellen wir an? Bei solchen medizinischen Fragen fängt man meist beim Labor an. Das bedeutet verschiedene Experimente mit Zellen, "in vitro" sagt man auch dazu, und, Versuche an lebenden Organismen, spricht Tierversuche, auch "in vivo" genannt. Konkret heißt das, ihr würdet Zellen und Tiere bestrahlen, und schauen, ob etwas passiert,dabei könnt ihr systematisch vorgehen. Ihr könnt Labortiere z.B. gut ver- gleichen, sie sind so gezüchtet, dass sie genetisch gleich oder sehr ähnlich sind. Da könnte sicherstellen, dass Unterschiede eben nicht auf genetische Unterschiede zurückzuführen sind. Und ihr könnt auch die Dauer und die Intensität der Strahlung sehr genau einstellen. So stellt ihr vielleicht fest, dass ab einer gewissen Strahlendosis eine bestimmte Krebsart häufiger auftritt. Wenn das passiert, ist das ein ernstzunehmender Hin- weis,den ihr weiter verfolgen müsst. Und übrigens, je nachdem, wie eindeutig die Ergebnisse und wie stark der Effekt ist, kann es bereits ausreichen, um die Grenzwerte zu senken, denn hier gilt das Vorsorgeprinzip. Wir müssen nicht und wollen nicht darauf warten, dass die Schädlichkeit an Menschen eindeutig belegt ist. Es reicht, wenn eine Gefahr realistischerweise anzunehmen ist. Doch die Zell- und Tierversuche reichen nicht aus, um die Schädlichkeit an Menschen zu bestimmen, dafür müsst ihr, ausgehend von euren Laborversuchen, Studien an Menschen durchführen. Nur, wie geht ihr da am besten vor? Last mal rein systematisch denken und noch nicht menschlich, ist ja nur ein Gedankenexperiment, dann wäre ein gutes Studiendesign eine "randomisierte kontrollierte Studie". Kontrolliert bedeutet, ihr habt neben einer Testgruppe auch eine Kontrollgruppe. Die Testgruppe wird mit Handystrahlung bestrahlt, die Kontrollgruppe nicht. Und ihr schaut, ob es Unterschiede gibt. Randomisiert heißt, die Einteilung in Test- und Kontrollgruppe übernehmt nicht ihr, sondern ein Computer-Zufallsprogramm. So habt ihr keine Chance, durch die Einteilung in die Gruppen das Ergebnis zu verfälschen. Ihr seht ja selbst, was jetzt die Herausforderung ist. Im Gegensatz zu Labormäusen, die ihr super vergleichen konntet, habt ihr jetzt viele, verschiedene individuelle Menschen, die sich stark unterscheiden. Nicht nur genetisch, sondern auch im Lebensstil, also wie die sich ernähren, ob die Sport machen, aber auch in deren Umwelt, wo die leben, ob die viele Abgase einatmen. Und es ist schon schwer genug Handystrahlung alleine von diesen anderen Faktoren zu trennen. Da ist es wichtig, dass ihr zumindest die Versuchsteilnehmer möglichst zufällig in Test- und Kontrollgruppe aufteilt, damit diese beiden Gruppen am Ende im Schnitt ähnlich sind, und damit gut vergleichbar. Außerdem ist so eine Studie am besten doppelblind. Das bedeutet, die Teilnehmer wissen nicht, in welcher Gruppe sie sind. Ob sie gerade bestrahlt werden, oder nicht, und zweitens ihr, die Forscher, wisst es auch nicht, ihr kriegt anonyme Daten, wertet sie aus, und erst wenn die Auswertung fertig ist, darf die Verblindung gelüftet werden, damit ihr nicht mit eurem persönlichen Erwartungen das Ergebnis beeinflusst oder verfälscht. Sei es bewusst oder unbewusst. Ihr merkt schon, für Wissenschaftler gilt: traue niemandem! Und v.a. nicht dir selbst. Das Studiendesign "randomisierte, kontrollierte Studie" gilt als der Goldstandard in der evidenzbasierten Medizin. D.h., randomisierte kontrollierte Studien sind sehr aussagekräftig. Doch für unsere konkrete Frage, nämlich, "kann Handystrahlung beim Menschen Krebs verursachen?", kommt dieses Studiendesign leider nicht infrage aus mehreren Gründen, darunter 1.: Zum Testen neuer Medikamente, sind randomisierte kontrollierte Studien vertretbar, denn das Medikament hat sich in vorangegangenen Laborversuchen als potentielle Heilung erwiesen. Bei Handystrahlung ist es andersrum, hier hat sich eine intensive Bestrahlung im Labor als potenziell gefährlich erwiesen. Und auch, wenn nur Verdacht auf eine Gefährdung besteht, darf ich Studienteilnehmern aus ethischen Gründen nicht systematisch Schaden hinzufügen. Klarer wird es, wenn wir ein krasseres Beispiel nehmen, z.B., jemand raucht eine Schachtel Zigaretten pro Tag. Dann kann ich diese Person wissenschaftlich beobachten, aber ich darf diese Person nicht dazu auffordern, eine Schachtel Zigaretten pro Tag zu rauchen für eine Studie. Das ist ethisch nicht vertretbar. Doch selbst abgesehen davon: Ihr müsst es euch einfach nur vorstellen, eure Kontrollgruppe darf keiner Strahlung ausgesetzt sein, keine Handystrahlung, keiner WLAN-Strahlung, d.h. ihr müsstet die Kontrollgruppe irgendwie in einen Wald setzen, wo kein Empfang ist, und selbst, wenn ihr das hinbekommen würdet, dann wäre das ganze erstens nicht verblindet, und zweitens bekommt ihr noch ein anderes Problem: Nämlich, die Leute sind dann völlig von der Außenwelt abgeschlossen. Und damit wäre eure Kontrollgruppe wirklich nicht mehr vergleichbar mit der Testgruppe. Sagen wir, ihr stellt fest, dass die Waldgruppe gesünder lebt, dann kann das an der fehlenden Handystrahlung liegen, es kann aber auch an allem Möglichem anderen liegen. Daran, dass die Leute sich mehr bewegen, mehr frische Luft haben, vielleicht mehr schlafen usw. Oder, man müsste beide Gruppen in den Wald bringen, und nur eine davon bestrahlen, aber dann wären wir wieder beim ethischen Problem. Also, ihr seht selbst, es geht nicht. Also anders. Wenn wir die Frage nicht experimentell beantworten können, müssen wir beobachten. Beobachtende Studien sind ein wichtiger Teil evidenzbasierter Medizin. Ein Beispiel ist die "Kohortenstudie". Eine Kohorte ist eine Gruppe von Studienteilnehmern, die ich über einen langen Zeitraum, Jahre/Jahrzehnte hinweg, beobachte. Für unsere Frage brauchen wir eine Gruppe von Menschen, die zu Studienbeginn alle gesund sind, die nächsten Jahre checken wir sie regelmäßig durch, wir schauen, wie viel sie ihr Handy benutzen, und, wie es mit ihrer Gesundheit steht und nach Jahren beobachten wir wie viele der Teilnehmer Krebs bekommen haben, und ob die Betroffenen sehr häufig ihr Handy benutzt haben, oder eben auch nicht, klingt erst mal nach einem guten Studiendesign. Ist es prinzipiell auch. Zum Thema Handystrahlung läuft im Moment eine große Kohortenstudie. Die Cosmos-Studie, die untersucht, ob Handystrahlung der Gesundheit schaden kann. Die Studie hat ein Auge auf Hirn- tumore und andere evtl. Krankheiten und besteht aus sechs großen Kohorten, aus sechs EU-Ländern. Die erste Kohorte startete 2007 und die Studienteilnehmer sollen insgesamt 20-30 Jahre beobachtet werden. Während eine Kohortenstudie nicht so systematisch ist wie eine experimentelle Studie, liegt genau da auch ein Vorteil. Denn, während Laborsettings oft nicht alltagsrelevant sind, beobachten wir hier die Menschen in ihrem echten, alltäglichen Leben. Und die echten, realen Auswirkungen. Jetzt gibt es aber bei Kohorten- studien einen wesentlichen Nachteil: Sie eignen sich nicht für seltene Krankheitsfälle. Sagen wir, Handystrahlung löst in einem von 1000 Fällen Krebs aus, nur so als Beispiel, und wir beobachten jetzt 10.000 Menschen, und zehn Menschen kriegen durch Handystrahlung Krebs, dann werden wir diesen Effekt nicht bemerken. Das könnt ihr euch schon selbst denken, seltene Gefahren sind nur mit riesigen Kohortenstudien zu beobachten. Das ist schwierig. Und, wie ihr euch vorstellen könnt, auch ziemlich teuer. Was könnte man denn noch machen? Wir können statt einer "prospektiven Studie", also vorausschauend, eine respektive Studie machen, also zurückschauend. Was heißt das? Schauen wir uns ein konkretes Beispiel an: die Case Control Studie Wir suchen uns zwei Gruppen von Studienteilnehmern. Eine mit Krebs, das ist die Case-Gruppe. Und eine gesunde Gruppe, die Control-Gruppe. Case Control-Studien eignen sich für seltene Krankheitsfälle, denn ich suche mir hier bewusst Leute mit Case aus. Aber jetzt kommt das schwierige: Im Gegensatz zu einer Kohortenstudie, wo ich die Menschen jahrelang begleitete,muss ich jetzt versuchen, rückblickend herauszufinden, wie viel Strahlung diese Menschen ausgesetzt waren. In den letzten Jahren oder Jahrzehnten. Und, ob es einen Unterschied gab zwischen Case- und der Controlgruppe - das meiste bekommt man nur durch Befragung heraus. Oder durch andere, ungenaue Methoden. Z.B. schaut man sich Handyverträge an, und versucht, daraus zurückzuschließen, wie viel die Menschen ihr Handy genutzt haben. Aber akkurat gibt dass die Strahlen- belastung natürlich nicht wieder. Außerdem unterliegen Case Control Studien einem "Recall Bias". Sagen wir, ich habe Krebs, werde im Rahmen einer solchen Studie befragt, wie oft ich mein Handy benutzt habe in den letzten Jahren, jetzt habe ich vielleicht schon mal gehört, das Handystrahlung und Krebs irgendwie zusammenhängt und das führt dazu, dass ich mich viel stärker daran erinnere, wie oft ich mein Handy benutzt habe, als jemand aus der Kontroll-Gruppe. Dieser Erinnerungsbias verzerrt also die Ergebnisse der Befragung. Jetzt leuchtet euch wahrscheinlich ein, warum es auf die Frage: "Kann Handy Strahlung Krebs verursachen?", bisher noch keine eindeutigen Antworten aus Studien mit Menschen gibt. D.h. jetzt aber auch nicht, dass wir wild behaupten können, das Handystrahlung gefährlich sei, oder dass sie Insekten tötet, oder was auch immer man dazu hört. Das beruht auf keinen wissenschaftlichen Daten. D.h. aber auch nicht, dass wir völlig hilflos sind und für immer unwissend bleiben werden. Wie gesagt, große Kohorten-Studien laufen derzeit noch. Außerdem habt ihr ja selbst gesehen, dass verschiedene Methoden ver- schiedene Vor- und Nachteile haben. Und gute Forschung zieht viele verschiedene Methoden hinzu. Und setzt sie zusammen, wie eine Art Puzzle, z.B. brauchen wir neben den recht anwendungsbezogenen Studien mit Menschen auch ein grundlegendes biochemisches Verständnis für den Mechanismen, die z.B. hinter Handystrahlung und Krebs stecken könnten. Und das ist sehr wichtig, es gibt bisher noch keine schlüssige Hypothese. Noch keine Vorstellung davon, wie Handystrahlung Krebs überhaupt theoretisch auslösen könnte. Es gibt keinen plausiblen biologischen Mechanismus dafür. D.h. nicht, dass man es nicht erforschen sollte, aber ist ein gutes Zeichen dafür, dass man nicht in Panik verfallen sollte. Ich würde jetzt an dieser Stelle zur Visualisierung Tee trinken, aber es ist heute einfach zu heiß in meinem Studio. Wenn ihr jetzt genau wissen wollt welche Puzzleteile die Forschung bisher gesammelt hat, was man mit Gewissheit sagen kann, und was Elektrosmog eigentlich bisher ist, findet ihr diese Antworten bei "kurzgesagt". Und wenn ihr schon mal da seid, hinterlasst dem "kurzgesagt"-Team doch ein paar Keks-Emojis. Vorher könnte mir aber gerne in den Kommentaren verraten, ie ihr mit diesem Thema im Alltag umgeht, macht die euch Sorgen, unternehmt er irgendwas, legt ihr euer Handy möglichst weit weg? Beim Schlafen z.B.? Oder seid ihr da ganz entspannt und optimistisch? Schreibt es in die Kommentare, wir sehen uns nächste Woche, bis dahin bleibt sicher.

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